11.12.25 –
Auf Initiative der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wurde mehrheitlich in der Stadtverordnetenversammlung vom 22.09.2025 beschlossen (dafür: 8, dagegen 6, Enthaltungen 5), dass sich die Stadt Niedenstein beim „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) um die Zertifizierung „Pestizidfreie Kommune“ bewirbt. Vorausgegangen war eine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Thema, deren Antworten nun für die Antragsbegründung genutzt werden konnten.
Die Stadt Niedenstein hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Sie ist nun offiziell als pestizidfreie Kommune auf der Seite des BUND gelistet (https://www.bund.net/umweltgifte/pestizide/pestizidfreie-kommune). Mit diesem Beschluss setzt die Stadt ein deutliches Zeichen für Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie für einen Schritt in eine nachhaltige Zukunft. Der hessische Pestizidreduktionsplan sieht vor, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 30 Prozent zu senken. Neben der Landwirtschaft können auch Kommunen und Bürgerinnen und Bürger dazu beitragen, indem sie bewusst auf chemische Pestizide verzichten. Im kommunalen Bereich wird zwischen Kulturland und Nicht-Kulturland unterschieden. Auf landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen – etwa Beeten, Rasenflächen in Parks, Sportanlagen oder Friedhöfen – dürfen zugelassene Pestizide eingesetzt werden. Auf Nicht-Kulturland ist dies nur mit Ausnahmegenehmigung möglich (Quelle: BUND). Die Stadt Niedenstein verzichtet auf allen kommunalen Grünflächen gänzlich auf Pestizide.
Pestizide sind gesundheitsschädlich – besonders für Menschen, die direkt damit arbeiten. Seit 2024 ist das „Parkinson-Syndrom durch Pestizide“ als Berufskrankheit anerkannt. Zudem zeigt eine aktuelle Studie, dass viele Pestizide PFAS enthalten und somit langfristig Böden und Wasser belasten. In der ökologischen Landwirtschaft sind chemisch-synthetische Pestizide grundsätzlich verboten. Der Ökolandbau gilt daher offiziell als Leitbild für eine nachhaltige Landwirtschaft (Quelle: UBA).
Gemeinsam mit rund 600 weiteren Kommunen geht Niedenstein voran, um Insekten und andere Arten besser zu schützen und das Thema Pestizidreduktion stärker ins Bewusstsein zu rücken. Niedenstein zeigt: Mit klaren Beschlüssen und gemeinsamem Engagement kann der Wandel zu einer umweltfreundlichen und artenreichen Landschaft gelingen.
Weitere Informationen – sowie die Karte der pestizidfreien Kommunen – finden sich auf der Seite des BUND.
Artikel ist von Dr. Elena Martin
Foto: Bündnis 90/DIE GRÜNEN Schwalm-Eder
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