BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Niedenstein!

Neubaugebiet „Auf der Hardt“ - viele offene Fragen zur Entwurfsplanung

03.03.26 –

Im Bau- und Umweltausschuss am 26.02.2026 wurde die aktuelle Planung der Verwaltung für das Neubaugebiet „Auf der Hardt“ im Bereich Schulstraße/Wiehoffstraße vorgestellt. Der Entwurf wurde aus Kostengründen gegenüber früheren Planungen verändert. Sollte dieser in der Stadtverordnetenversammlung am 05.03. mehrheitliche Zustimmung erhalten, wird er zu einem konkreten Bebauungsplan weiterentwickelt.

Als Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen stehen wir der Ausweisung eines weiteren Neubaugebiets grundsätzlich kritisch gegenüber. Unabhängig von dieser grundsätzlichen Haltung sehen wir auch beim konkreten Entwurf erheblichen Klärungsbedarf.

Unsere Bedenken:

  1. Verkehrssituation in der Schulstraße
    Die Planung sieht mehrere neue Kreuzungen zur Schulstraße vor. Wir befürchten, dass dies zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen und unübersichtlichen Situationen führen könnte. Insbesondere zu Schulzeiten besteht die Gefahr eines Verkehrschaos.
  2. Erschließung des Baugebiets
    Wir stellen die Frage, ob das Neubaugebiet nicht von einer anderen Seite aus erschlossen werden könnte, um die Schulstraße – insbesondere im Bereich der Schule – zu entlasten und in ihrer jetzigen Form zu erhalten.
  3. Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger
    Besonders kritisch sehen wir die vorgesehenen Veränderungen für den Fußverkehr. Der breite Gehweg in der Schulstraße soll entfallen, im Neubaugebiet selbst sind keine klassischen Gehwege geplant, sondern lediglich kleine Fußweg-Bereiche zwischen den Wendehämmern (in der Grafik ockerfarben).
    Wir fragen uns, ob der Fußverkehr ausreichend berücksichtigt wird?
  4. Parksituation
    Wenn die Straßen im neuen Baugebiet so schmal geplant sind, dass dort keine Besucherparkplätze entstehen können, ist absehbar, dass zusätzliche Fahrzeuge in der Schulstraße parken werden. Auch hier drohen zusätzliche Belastungen und Einschränkungen für Anwohnerinnen und Anwohner.
  5. Wirtschaftlichkeit und Vermarktbarkeit
    Angesichts der hohen Erschließungskosten und entsprechend hohen Grundstückspreise stellt sich zudem die Frage, ob die Flächen tatsächlich gut verkäuflich sind. Eine realistische Einschätzung der Nachfrage ist aus unserer Sicht zwingend notwendig, um finanzielle Risiken für die Stadt zu vermeiden.

Unsere Forderungen:

Um eine sachgerechte und transparente Entscheidung zu ermöglichen, fordern wir:

  1. Eine frühzeitige und umfassende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, beispielsweise in Form einer Bürgerversammlung.
  2. Eine unabhängige Prüfung des Entwurfs hinsichtlich der Verkehrsauswirkungen – für Fußgänger, Radfahrer und den motorisierten Individualverkehr gleichermaßen.
  3. Die Vertagung einer endgültigen Entscheidung, bis die Bürgerbeteiligung erfolgt ist und die verkehrlichen Fragen umfassend geprüft wurden.

Wir stehen für eine nachhaltige, sozial gerechte und verkehrssichere Stadtentwicklung. Dazu gehört, Planungen sorgfältig abzuwägen, die Betroffenen einzubeziehen und langfristige Auswirkungen ehrlich zu bewerten.

 

Bild: Ausschnitt der öffentlichen Vorlage „Entwurfsunterlagen zum Bebauungsplan Nr. 8W“ (Stand 05.02.2026), verfügbar im Rats- und Informationssystem

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