Stellungnahme zur Pflanzaktion Niedenstein

Klimakrise, Artensterben und Waldsterben...

...sind Symptome einer tiefen Nachhaltigkeitskrise, Resultate eines Raubbaus an der Natur. Nun sind die Auswirkungen auch bei uns spürbar. In Forstplantagen gibt es massive wirtschaftliche Schäden durch Dürren, Stürme und Borkenkäfer. Sie decken die forstwirtschaftlichen Fehler der Vergangenheit bei der Anlage von Nadelholz-Monokulturen auf.

Wir Grüne Niedenstein sehen die neue Situation als Chance für einen Neuanfang – für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Auch in Niedenstein ist jetzt ein mutiges Handeln für den Schutz unseres Klimas und unserer letzten alten Wälder erforderlich. Auf Schadflächen müssen wir die Natur machen lassen. Nur sie weiß wie es geht.

Niedenstein ist in der glücklichen Lage, noch große Buchenwälder zu haben. Die alten Wälder auf Altenburg und Falkenstein zählten in den 1980er Jahren zu den letzten Naturwäldern Nordhessens. Heute sind sie Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Dennoch werden hier seit Jahren alte Bäume geschlagen, so dass das Kronendach lückig und die Wälder anfällig für Dürre- und Sturmschäden sind. Spechten und Fledermäusen fehlen die höhlenreichen Baumstämme. Hinzu kommt, dass wir gerade heute die alten Wälder dringend als natürliche Kohlenstoffspeicher brauchen. Nach dem Motto der Agenda 21 „global denken, lokal handeln“ muss daher die Stadt Niedenstein ihrer Verantwortung gerecht werden.

Im Kommunalwald fordern wir einen Einschlagstopp. Im Schutzgebiet auf Altenburg und Falkenstein soll sich neue Wildnis entwickeln können. Unsere Enkel und Urenkel sollen wieder faszinierende Naturwälder mit mächtigen Buchen erleben können. Für die Bewirtschaftung der umgebenden Wälder muss die Natur Vorbild sein. Bäume müssen natürlich alt werden können. Bodenverdichtungen durch Harvester müssen vermieden werden.

Die von der Stadt Niedenstein angekündigte Pflanzaktion ist sicherlich ein tolles gemeinschaftliches Erlebnis. Der „Forstgarten“ an der Altenburg ist ein vertretbarer Ort. Es darf jedoch keine weitere Plantage mit nicht heimischen, angeblich klimaresistenten Nadelhölzern entstehen. Stattdessen sollten heimische standortgerechte Laubhölzer gepflanzt werden. Dies ist die Stadt ihren engagierten Bürgerinnen und Bürgern schuldig, die mit ihrem Geld und ihrer Arbeit einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen.

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