Vorschläge Bündnis 90/Die Grünen Niedenstein für Naturschutzmaßnahmen

Anlass:

Der Magistrat der Stadt Niedenstein hat es in den letzten Jahren versäumt angemessene Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft durchzuführen. Nicht nur der Natur sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern ist dadurch ein erheblicher Schaden entstanden. Daher ist es geboten, sofort umfangreiche Maßnahmen zum Ausgleich durchzuführen.

Bedauerlich ist, dass auch die Maßnahmenplanungen der Lokalen Agenda 21 und des Landschaftsplanes aus dem Jahr 2006 überwiegend nicht beachtet bzw. umgesetzt wurden, obwohl diese Beschlusslage der Stadtverordnetenversammlung sind.

Da die Vorgaben des Landschaftsplanes naturschutzfachlich weiterhin sinnvoll und zielführend sind, sollten sie dringend beachtet werden. Sie sollen nun Basis für ein Maßnahmenpaket 2020 „Klimaschutz und biologische Vielfalt Niedenstein“ sein, für das auch Fördermittel der Hessischen Landesregierung und des Bundes hinzugezogen werden können. Alle Fraktionen sind aufgefordert, das Maßnahmenpaket mitzutragen. Ein gemeinsamer Beschluss wäre zu begrüßen.

 

Maßnahmenpaket 2020 „Klimaschutz und biologische Vielfalt Niedenstein“

Gewässer

  • Renaturierung Goddelbach und Grünlandnutzung der gesamten Aue (Ankauf von Flächen, Auwaldentwicklung)

  • Langrafenbornaue bei Metze durchgängig bis zur Ortsmitte renaturieren und Auenentwicklung ermöglichen (Ankauf von Flächen, Auwaldentwicklung)

  • Etterbachaue westlich Niedenstein oberhalb Rückhaltebecken renaturieren und natürliche Auenentwicklung fördern (Ankauf von Flächen, Auwaldentwicklung)

  • Programm „Wilde Bäche“ entlang der Wiehoff konsequent umsetzen und erweitern

  • Gesamte städtische Gewässerparzellen der natürlichen Dynamik überlassen. Sie sind im Bürgereigentum und gehören nicht den Landwirten.

 

Wald

  • „Naturwaldfläche“ im Rahmen des Programms der hessischen Landesregierung auf der Kuppe der Altenburg im FFH Gebiet dauerhaft aus der Nutzung nehmen (wird finanziell pro Hektar zusätzlich ausgeglichen!)

  • „Bürgerwald Niedenstein“(Erholungswald) im Goddelbusch ausweisen und mit Erlebnispfad ausstatten (naturnahe Waldbilder mit alten Bäumen fördern, evtl. über Vertragsnaturschutz) 

  • Naturnahe Waldbewirtschaftung nach FSC oder Naturland im Stadtwald

  • „Programm Methusalem“: BürgerInnen können alte Bäume im Stadtwald kaufen und sie damit dauerhaft sichern


Offenland

  • alle städtischen Wegeparzellen zu blütenreichen Rainen bzw. Hecken oder Obstbaumreihen entwickeln

 

Öffentliche Grünflächen

  • Anlage von umfangreichen Blühwiesen mit extensiver Pflege (Vorbildfunktion)

  • Keine Anlage von Steinwüsten

 

Öffentlichkeitsarbeit

  • 1 Schwalbenhaus pro Stadtteil an geeigneter Stelle aufstellen

  • „Geburtswald“ anlegen (für jedes neugeborene Kind in Niedenstein pflanzt die Stadt einen heimischen, standortgerechten Baum)



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